Der DQR in Deutschland und kritische Blicke aus der EU

DIE BOTSCHAFTERIN ist weiter aktiv, um das Yebisu Assessment Tool for entrepreneurial behavior in der Welt der Wirtschaft und Bildung vorzustellen. Die Verbreitung dieser Entwicklung aus einem europäisch finanzierten Projekt ist schließlich eine der Pflichten, die aus dem Projekt selbst entstehen. Ohne Verbreitung verlaufen diese für ganz Europa wichtigen Projektergebnisse im Sand.

Wir haben uns dieses Mal mit unserem Tool den deutschen Bildungsexperten gestellt. Erste ernüchternde Erkenntnis: Mit dem Deutschen Qualifizierungsrahmen (DQR), der deutschen Fassung des European Qualification Framework, arbeitet fast keiner. Komisch, denn wir finden es sehr praktisch, wenn man europaweit Menschen mit ihrer Qualifikation in ein einfaches Schema einordnen kann und dann lokal entscheiden kann, was noch fehlt, um im heimischen Arbeitsmarkt gute Chancen zu haben oder weiter zu kommen. Das Yebisu Tool geht dabei sogar noch weiter. In dieses Tool sind auch noch Beschreibungen für Tätigkeiten eingeflossen, die auf alle Jobs der Welt angewandt werden können. So kann man sich auf 5 Tätigkeitslevels in seinem Job einschätzen und schauen, wo man sein unternehmerisches Verhalten gemäß der Komplexität des eigenen Jobs noch verbessern sollte.

Leider erfahren wir in dieser Veranstaltung aber auch, dass sich das deutsche Erwachsenenbildungswesen gerade eher weiter formalisiert, als durchlässiger zu werden – so dass es in Deutschland aktuell noch wichtiger wird, deutschen Vorgaben zu entsprechen. Schade!

Wir haben durch das europäische Projekt gelernt, mehr auf den Menschen als auf das System zu schauen und jedem eine Chance zu geben, sich weiter zu entwickeln. Für lebenslanges Lernen on the job braucht es mehr als formales Lernen und Zertifikate!