Was Personalleiter und Entscheider bei Ausschreibungen sehen wollen

Ein großes Dienstleistungsunternehmen will seine neuen Führungskräfte mit einem einjährigen Entwicklungs-Programm fortbilden. Die Führungskräfte sollen digitaler und gezielter auf ihre Verantwortung, das Führungskonzept des Unternehmens und die Besonderheit des Führens in digitalen Zeiten vorbereitet werden. Zu diesem Zweck werden verschiedene Anbieter gebeten, ein Konzept zu entwickeln und vorzustellen.

Was muss enthalten sein, damit es überzeugt?

Damit ein Führungskräfte-Entwicklungsprogramm echte Wirkung entfalten kann, müssen die Inhalte einerseits an die Unternehmensziele, andererseits an die Führungskultur und idealerweise auch an ein zugrundeliegendes Kompetenzprofil gebunden werden. Außerdem ist es wichtig, Präsenz-Events, Seminare und digitale Wissens-Nuggets miteinander zu verbinden, um optimales Lernen zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Settings zu ermöglichen. Abgerundet wird ein solches Programm durch Peer Groups, interne Mentoren und Kollaborations- bzw. Lerntools. Diese ermöglichen personalisiertes Lernen, das nicht unbedingt einem festen Ablaufplan folgt, sondern den individuellen Entwicklungsfortschritten und Lernzeiten des einzelnen Programmteilnehmers.

Was aus unserer Sicht häufig unterschätzt wird, ist die Bedeutung des Commitments und der Präsenz des Top-Managements beim Kick-Off – also dem Startschuss des Programms -, um zu erklären, wie das Programm an die Unternehmensziele geknüpft ist und was man sich davon verspricht und erwartet. Menschen brauchen klare Ansagen und einen Rahmen, innerhalb dessen sie handeln. In einer Ausschreibung wird häufig schon ein recht dezidiertes Konzept erwartet, um sich ein Bild vom Anbieter zu machen, der anhand des Konzeptes natürlich auch entsprechende Referenzen und eine passende Kalkulation bereitstellen sollte. Gut ist, direkt das Team vorzustellen, das auch später das Projekt begleiten soll. Das macht das Ganze verlässlicher und persönlicher. Auch die Konditionen sollten klar benannt werden: Werden Reisekosten berechnet? Wenn ja, wie? Denn das sind Zusatzkosten, die später meist nochmal nachverhandelt werden und bei denen sich Anbieter in ihren Regelungen und Brechungssätzen unterscheiden.

Am Ende machen bei vergleichbaren Anbietern aber letztendlich das Persönliche und der individuelle Konzeptansatz den Unterschied – auch die Wellenlänge und Atmosphäre bei der Präsentation (wenn man so weit kommt) sind relevant. Also schadet es nicht, sich für die Konzept- und Vorbereitungsphase kurz einen Außenblick und kreative Unterstützung zu holen, um die eigenen Chancen zu verbessern.